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STARTUP NEWS / Freitag, 26. Januar 2007 / 09:00 h

Die eigene Firma – keine Unmöglichkeit

Die beiden Gründer der CovalX GmbH sind positiv überrascht, wie gut ihre neue Firma vorankommt. Für die Vermarktung ihrer an der ETH entwickelten Methode erhielten sie Unterstützung von allen Seiten. (IFJ/as)

Chief Scientific Officer Ryan Wenzel ist stolz auf die blaue CovalX-Box. Diese ermöglicht dem Massenspektrometer das Analysieren von Proteinkomplexen.
- «Eine Firma zu gründen ist absolut möglich», findet Alexis Nazabal. Seit einem guten Jahr ist er stolzer Mitinhaber der CovalX GmbH. Mit seinem Partner Ryan Wenzel gründete er die auf Proteinanalyse spezialisierte Firma im Oktober 2005. «Natürlich arbeiten wir viel, aber dank dem grossen Unterstützungsangebot geht es gut voran», sagt der Chemiker. Im November ist das ETH-Spinoff in den Zürcher Technopark eingezogen, wo es Geschäftsräume und Labors zu günstigen Konditionen mieten kann. Der Jungunternehmer hat zudem den Workshop ‹venture leaders› in Boston von ‹venturelab›, Gebert-Rüf-Stiftung und Ernst&Young besucht, zudem hat die Firma das CTI Start-up Label erworben. Anfangs hätten sie zwar befürchtet, das Coaching könnte Zeitverschleiss sein. Es habe sich jedoch gelohnt; vor allem was die Finanzierung betrifft, hätten sie sehr profitiert.

Kleine Box mit intelligentem Inhalt

Die junge Firma entwickelt Produkte, um die Proteinanalyse mittels Massenspektrometer zu verbessern. Seit rund 15 Jahren gibt es weltweit etwa 2000 bis 3000 dieser teuren Geräte, die einzelne Proteine analysieren können – eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Medikamente. Weil die Proteine in den Zellen interagieren, ist es nötig, grössere Komplexe zu untersuchen. Genau dies ermöglicht der High Mass Detector von CovalX. Letztes Jahr konnte die Firma bereits fünf dieser unscheinbar wirkenden blauen Kästchen verkaufen - davon eines nach Japan und eines in die USA. Weitere Produkte von CovalX sind eine Lösung zur Stabilisierung von Proteinkomplexen sowie eine Software für die Analyse.

Zuversichtlich in die Zukunft

Für 2007 haben die Geschäftspartner die Ziele hoch gesteckt: Sie wollen 10 bis 15 weitere Geräte verkaufen und etwa fünf neue Mitarbeiter einstellen. Auch soll eine zweite Finanzierungsrunde mit professionellen Investoren stattfinden. Die erste Runde mit der ZKB und privaten Investoren wurde eben abgeschlossen. Der Franzose Nazabal und der Amerikaner Wenzel haben sich als Postdoktoranden an der ETH kennen gelernt, wo sie ihre neue Methode der Proteinanalyse entwickelten. Die ETH initiierte und finanzierte danach die Patentierung, was den Weg zur Vermarktung öffnete. Nazabal bedauert, dass viele Wissenschaftler mit eigenen Innovationen es nicht wagen, eine eigene Firma zu gründen. Stattdessen würden sie zu den grossen Firmen gehen. «Viele haben uns gewarnt vor dem Schritt. Aber es funktioniert.»

 

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